4. Die Saarländer

Seine Fotografie zu dieser Periode erscheint uns wie ein tiefer Atemzug: sie quillt ĂĽber vor GlĂĽck ĂĽberlebt zu haben und von all dem zeugen zu können, was sich vor seinem Objektiv abspielt, am Leben der Menschen teilzuhaben. Das Foto später an eine Zeitung, oder ein Magazin zu verkaufen, war am Ende sekundär. Die schönsten StĂĽcke seines Werkes entstehen ohne genaues Ziel, noch auf Bestellung, so sorglos wie diese Jungen, die am Ufer der Saar spielen und den Fotografen ignorieren.

Walter Barbian hatte zweifellos keine Lust zu inszenieren, behandelte seine zufälligen Charaktere nicht wie Schauspieler, denn er war eher instinktiv und fasziniert von dem, was er durch seinen Sucher entdeckte. Die Perfektion einer Fotografie war noch nie ein ausreichender Grund die Realität zu verzerren, das Wesentliche lag woanders. Er wusste, wie man eine freudige Interaktion herstellt, Leben einhaucht und die Pose vermeidet. Dies sind insbesondere die Fotos aus der Zeit der Saarautonomie, die ĂĽber die journalistische Arbeit hinausgehen, die das Feld des bloĂź Faktischen verlassen und zur Emanation einer vergangenen Realität werden, die den Betrachter anspricht.